Technologia HVOF/HVAF
HVOF
HVOF: High Velocity Oxygen Fuel
Das HVOF-Verfahren ist eine thermische Spritztechnologie, die die kinetische und thermische Energie der Verbrennung von Brennstoff (Kerosin, Wasserstoff, Propan) in Sauerstoff nutzt. Das Gasgemisch wird in einer Laval-Düse auf Überschallgeschwindigkeit (Mach 3+) beschleunigt. Pulverpartikel, die in den Strom injiziert werden, erreichen Geschwindigkeiten von 600-800 m/s und treffen im plastischen Zustand auf das Substrat, wodurch eine Beschichtung von außergewöhnlicher Dichte und mechanischer Haftung entsteht.
HVAF
HVAF: High Velocity Air Fuel
Die HVAF-Technologie ist eine Weiterentwicklung des HVOF-Prozesses, bei dem Sauerstoff durch Druckluft ersetzt wird. Dies senkt die Flammentemperatur (auf ca. 1900°C), was die Zersetzung von Karbiden und die Materialoxidation verhindert. Gleichzeitig erreichen die Partikel aufgrund des größeren Gasvolumens noch höhere Geschwindigkeiten (bis zu 1200 m/s). Das Ergebnis sind Beschichtungen mit null Porosität, höherer Duktilität und Beständigkeit gegen Ermüdungsrisse.
Technologische Vorteile
Dichte & Porosität
Porosität < 1% (oft < 0.5%). Dichte Barriere gegen Korrosion.
Haftfestigkeit
Haftfestigkeit > 80 MPa. Beschichtung integral mit dem Substrat.
Dicke & Finish
Präzise Dickenkontrolle (50-500 µm). Schleifbar auf Ra < 0.05 µm.
Materialien und Anwendungen
Wolframkarbide (WC-Co / WC-Co-Cr)
Beliebtestes verschleißfestes Material. Härte 1100-1400 HV0.3. Ideal für Wellen, Kolbenstangen, Ventile und Bohrwerkzeuge.
Chromkarbide (Cr3C2-NiCr)
Verschleißfestigkeit bei hohen Temperaturen (bis 850°C) und Gaskorrosion. Eingesetzt in der Energieerzeugung (Kessel, Siederohre) und Luftfahrt.
Metalllegierungen (Inconel, Hastelloy, MCrAlY)
Korrosionsschutz- und Regenerationsbeschichtungen. Schutz vor chemischer Korrosion (Säuren, Laugen) und hohen Temperaturen.